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Donnerstag, 31. Juli 2014

Nebeliges Lesevergnügen

Die letzten Wochen ging es sehr nebelig bei meiner Lektüre zu.

Susanne Gerdom: Der Nebelkönig

Die junge Sallie lebt als Küchenmädchen in einem riesigen Herrenhaus, der einzigen Welt, die sie kennt. Sie ist fasziniert von der Geschichte des Nebelkönigs und der Katzenkönigin – ohne zu begreifen, dass es mehr ist als nur eine Geschichte. Doch nach und nach wird sie immer tiefer in die märchenhaft-schaurigen Geschehnisse im Herrenhaus verstrickt und muss sich einem übermächtigen Feind stellen.

Es fällt mir schwer, ein Urteil über "Der Nebelkönig" zu fällen.
Ein bisschen hatte ich das Gefühl, dass es zu vorhersehbar war – außer für Sallie, die ewig brauchte, dass zu begreifen, was mir nach den ersten Kapiteln klar war. Aber andererseits falle ich auch nicht unbedingt in die Zielgruppe eines Jugendbuches und tendiere ohnehin dazu, sehr analytisch zu lesen (eine Autorenkrankheit, wie ich meine).
Und obwohl ich manchmal den Kopf darüber schütteln musste, wie schwer Sallie von Begriff war, las es sich doch sehr kurzweilig, erschuf eine wunderbar schaurige Atmosphäre und hat mich an manchen Stellen doch überrascht. Wenn man düster-märchenhafte Fantasy mag, sollte man in jedem Fall einen Blick hineinwerfen. Nur als kleine Warnung: Für ein Jugendbuch ist es stellenweise doch sehr brutal.


Brandon Sanderson: Kinder des Nebels 1

Das Volk der Skaa wird seit Jahrhunderten vom Obersten Herrscher unterdrückt. Doch Widerstand regt sich. Der Meisterdieb Kelsier ist ein Nebelgeborener: er beherrscht die Allomantie, eine Magie, bei der man Metalle verbrennt und dadurch verschiedene Fähigkeiten einsetzen kann. Gemeinsam mit seiner waghalsigen Truppe schmiedet er Pläne, den Obersten Herrscher zu stürzen. Die junge Diebin und Nebelgeborene Vin wird dabei zu seinem Zögling und wächst an ihrer neuen Aufgabe von einem verunsicherten, misstrauischen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau heran.

"Kinder des Nebels" ist der Auftakt von Brandon Sandersons Nebelgeboren-Reihe und eröffnet eine düstere, wenn auch äußerst spannende neue Fantasy-Welt. Besonders sein innovatives Magiesystem sticht aus der Masse hervor.
Aufgrund seiner Länge ist es doch ein eher zäher Brocken, aber allen Fans von epischer Fantasy kann ich den Roman nur ans Herz legen.



Momentan auf meiner Leseliste:

  • Axel Hollmann: Asphalt. Ein Fall für Julia Wagner
  • Kai Meyer: Phantasmen
  • Alana Falk: Die blutroten Schuhe
  • Maja Ilisch: Das Puppenzimmer
  • Francisca Dwaine: Verführung erster Klasse

Donnerstag, 10. Juli 2014

Auf Anfang

Lange war es hier wieder still – mea culpa, mea maxima culpa!
In der Zeit habe ich überlegt, wie genau ich den Blog hier führen möchte. Ich hatte zwar geplant, häufiger hier Rezensionen einzustellen, aber die wirkliche Muße dazu finde ich doch zu selten :( Irgendwie ist das Leben da doch zu hektisch. Daher möchte ich mich lieber auf kürzere Empfehlungen beschränken – die es dafür dann aber regelmäßiger geben wird.

Gelesen und gehört in den letzten Wochen

Romy Wolf: Die Spione von Edinburgh

Eine bezaubernde, spukige E-Book-Serie, von der bisher drei Teile erschienen sind. Romy Wolf entführt den Leser ins spätviktorianische Edinburgh – und die Stadt wird ganz ihrem Ruf als Hochburg des Spuks gerecht.
Das muss in der ersten Episode auch die junge Ada Quinn lernen. Sie ist ein Waisenmädchen mit einer mysteriösen Vergangenheit, dass von der gutherzigen, wenn auch bitterarmen Familie Quinn aufgenommen wurde. Eine innige Beziehung hat sie zu dem gelähmten Ollie, dem einzigen Sohn der Quinns – einem aufgeweckten Jungen mit einer Leidenschaft für Kriminalromane.
Eines Tages erhält Ada unerwartet das Angebot, als Hausmädchen in Thimble House zu arbeiten, und nimmt es dankbar an. Ist es doch eine viel bessere Arbeit, als die in den Fabriken – und da sie dazu nach Thimble House zieht, beschlagnahmt sie auch keinen Platz mehr in der ohnehin schon winzige Wohnung der Quinns. Doch schon bald bemerkt Ada, das einiges in Thimble House nicht mit rechten Dingen zugeht: ein Verrückter im Dachgeschoss, eine Hausherrin die fast nie ihr Zimmer verlässt, Séancen, bei denen Ada unheimliche Stimmen hört. Und Ollie erkennt, dass dahinter ein gefährliches Geheimnis steckt – vor dem auch Ada nicht sicher ist.
Da ich nicht spoilern will, wie die erste Episode für Ada ausgeht, verrate ich euch hier nichts über den Inhalt der zweiten und dritten Episode, aber nur soviel (und wer es gelesen hat, wird es verstehen): Ich liebe Finley und Lear <3 Ach, im Grund sind mir alle Charaktere wahnsinnig sympathisch. Ich bin schon sehr auf die folgenden Episoden gespannt und was noch für sie in petto ist. 


Erin Morgenstern: The Night Circus

The Night Circus habe ich nicht gelesen, sonder gehört – erzählt von Jim Dale, den ich als Erzähler bereits aus Pushing Daisies kannte. Seine wunderbare Art zu erzählen hat mir dann auch den Einstieg in den Roman sehr erleichtert, wie ich hier gestehen muss.
The Night Circus besticht besonders durch seine Atmosphäre, durch bezaubernde Bilder und es dauert recht lange, bis der Plot an Fahrt aufnimmt. Am Anfang fand ich den Roman daher auch etwas zäh und, da viel zwischen Perspektiven und in der Zeit gesprungen wird, hatte ich Probleme, mich darin zurecht zu finden. Der Roman hatte etwas von einem Puzzle und erst zum Ende hat sich dann das Bild gezeigt, was aus den einzelnen Teilen zusammengesetzt wurde – das war dann aber wiederum meisterhaft.
Den Inhalt zu umreißen, fällt mir auch etwas schwer. Die Kurzfassung wäre, dass es um das Duell zweier Magier geht, das über Jahre hinweg auf der Bühne des Night Circus ausgetragen wird und unzählige Leben beeinflusst.


Andrea Bottlinger, Christian Humberg: Geek Pray Love

Auf dieses herrliche Buch bin ich aufmerksam geworden, da ich Andrea Bottlinger schon länger genauer verfolge (also, nur auf ihrem Blog versteht sich ;) ) und ihr Debütroman Aeternum eines meiner Lieblingsbücher des letzten Jahres war. Dann hatte ich auf der FedCon die Gelegenheit, die Autoren zu treffen und eine signierte Ausgabe von Geek Pray Love abzusahnen.
Es ist ein wahrlich köstliches Büchlein, dass sich mit den vielen Facetten des Lebens als Geek beschäftigt. Ich hab mich an vielen Stellen halb tot gelacht und mich gleichzeitig stark darin wiedererkannt. Jedem, der sich als Geek versteht oder diese Spezies gerne besser kennenlernen will, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.


In eigener Sache


Mit großer Freude kann ich verkünden, dass meine Kurzgeschichte „Der Ruf der Stille“ in die Anthologie der Storyolympiade 2013/2014 zum Thema „Stille“ aufgenommen wurde. Ich freue mich wahnsinnig darüber, dass ich die Jury überzeugen konnte. Hin und wieder tut so ein kleiner Beweis, dass man es nicht ganz falsch macht, doch sehr gut.
Dieses Jahr im Oktober wird die Anthologie auf der BuchmesseCon vorgestellt.

Freitag, 11. April 2014

Rezension: Die Rache des Sidhe

Meine erste Rezension hier und ich möchte euch gleich einen wundervollen Debüt-Roman vorstellen, den ich kaum aus den Fingern legen konnte: "Die Rache des Sidhe" von Leann Porter.

Eiskalte Rache oder heiße Küsse?

Der junge Sidhe Silvo führt ein trostloses Leben als Bordellsklave und wird nur noch von dem Wunsch angetrieben, den grausamen Mord an seiner Familie zu rächen. In Joran glaubt er nach langen Jahren der Suche diesen Mörder erkannt zu haben und plant einen Anschlag auf ihn. Doch Joran gehört zu den "Weißen Rittern", einer Gruppe von Elitekämpfern, und weiß sich zu wehren. Als Joran Silvo nach dem gescheiterten Mordversuch unerwartet laufen lässt und als sie dann später noch einmal zusammentreffen, kommen Silvo allmählich Zweifel, ob Joran zu so einer grausamen Tat in der Lage wäre.
Doch er ist sich sicher, dass Joran in den Mord verstrickt war und beschließt, alles zu tun, um Informationen darüber aus ihm herauszukitzeln. Nur hat er dabei mit einem nicht gerechnet: dass Joran Silvos erkaltetes Herz wieder entflammen könnte.

Herzrasen und Herzschmerz

Leann Porter ist mit "Die Rache des Sidhe" ein Debüt gelungen, das auf ganzer Linie überzeugt. Ein bisschen fühlte es sich an wie eine Mischung aus Krimi und bittersüßer Liebesgeschichte, gewürzt mit einer Prise Humor und einem Spritzer Erotik. Und das auf der Bühne einer neuen, faszinierenden Fantasywelt, die sicher noch Raum für weitere spannende Abenteuer bietet.
Und spannend war es wahrlich. Von der ersten Seite bis zur Auflösung trieb mich die Frage an, wie Joran in den grausamen Mord an Silvos Eltern verwickelt war. Und später welche Folgen es für ihre aufkeimende Beziehung haben würde. Die beiden Hauptcharaktere sind mir beim Lesen ebenfalls sehr schnell sehr ans Herz gewachsen und gegen Ende standen mir die Tränen in den Augen.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem guten Gay Romance Roman ist, der in einer interessanten neuen Fantasywelt spielt, sollte auf jeden Fall einmal in "Die Rache der Sidhe" hineinschnuppern.

Leann Porter: Die Rache des Sidhe (deadsoft, 2014)